MO14 entwickelt den Service Provider „PlatoonConnect“

15. August 2017
Matthias

Von der Idee zum Konzept

Draußen ist es kalt und nass, typisches Winterwetter in Deutschland. Die perfekte Zeit, um Gäste einzuladen und die Tage mit kreativen Methoden am Whiteboard zu verbringen, um ein neues Thema zu versprinten. Diesmal haben wir uns von der IAA Nutzfahrzeuge inspirieren lassen und diskutieren das Thema Platooning. Dort haben alle großen Hersteller und Zulieferer diese Form des hochautomatisierten Fahrens als zentrale Aktivität ihrer Entwicklungsarbeit präsentiert. Motivation genug für das Innovation Lab, Ideen für unsere Nutzfahrzeug-Marke KRAVAG zu generieren.

Aber was genau ist Platooning? Wikipedia schreibt, dass man „unter Platooning (…) ein in der Entwicklung befindliches System für den Straßenverkehr, bei dem mehrere oder sogar viele Fahrzeuge mit Hilfe eines technischen Steuerungssystems in sehr geringem Abstand hintereinander fahren können – ohne dass die Verkehrssicherheit beeinträchtigt wird“– versteht. Das klingt zwar nicht so futuristisch wie auf der IAA, aber spannend ist es für uns als Lkw-Versicherer allemal. Fragen wie „Widerspricht das nicht den gesetzlichen Vorschriften zu Sicherheitsabständen?“, „Lohnt sich das für eine Spritersparnis im einstelligen Prozentbereich?“ oder „Welche Auswirkungen ergeben sich auf die etablierten Deckungs- und Produktkonzepte?“ schießen uns in den Kopf. Um herauszufinden, was genau Platooning für uns als Versicherer bedeutet, haben wir Experten aus unserer Linienorganisation eingeladen. Zudem arbeiten wir mit einem großen Logistikunternehmen zusammen – Thomas Rudolf aus unserem IT-Innovationsmanagement hat hier beste Kontakte und interessiert sich schon lange für das Thema.

Platooning bietet Möglichkeiten für neue Geschäftsmodelle

Schnell merken wir, dass sich aus der reinen Platooning-Technologie für uns ein spannendes Geschäftsmodell ergeben kann. Wir blenden zunächst die versicherungstechnischen Fragen aus und versprinten das Business Model eines Platoon Service Providers: Wenn sich Lkw zu einem Platoon zusammenschließen, muss dies organisiert werden – idealerweise einfach nutzbar und komplett digital. Es entstehen Aufgaben wie bspw. die Beratung von Speditionen zur Frage, ob sich die Anschaffung eines Lkw mit Platoon-Technologie überhaupt lohnt. Darüber hinaus muss dafür gesorgt werden, dass sich Platoons unabhängig vom Fahrzeughersteller und Fuhrunternehmer bilden können. Natürlich muss auch die Technik passen, denn wenn Lkw unterschiedlich beladen oder mit verschiedenen Standards bei Bremsen und Reifen ausgerüstet sind, kann es bei abrupten Fahrmanöver bei 80 km/h im Abstand von 10-15m schnell brenzlig werden. Ähnlich wie bei einem Blind Date müssen sich auch die Platooning-Partner (ob spontan auf der Autobahn oder geplant in Industriegebieten und auf Rastplätzen) finden. Die dann auf öffentlichen Straßen fahrenden Platoons müssen schließlich auf ihrem Weg begleitet und versichert werden. Zusätzlich ist Support bei besonderen Ereignissen wie Baustellen, Pannen oder Unfällen gefragt. Anschließend wird eine Abrechnung der unterschiedlichen Vorteile bei der Spritersparnis notwendig. Zahlungsabwicklung, Absicherung und Begleitung bei unvorhergesehenen Ereignissen im Alltag – das alles hört sich nach vielen Schnittmengen mit unserem Know-How in der Versicherungswirtschaft an. Wir sind begeistert von unseren Ergebnissen, führen die nächste Sprintwoche durch und entwickeln eine Microsite sowie das erste Pitchdeck.

Pitch unseres Geschäftsmodells im Bundesverkehrsministerium

Wir beschließen kurzerhand den Platoon Service Provider, der mittlerweile platoonconnect heißt, beim ersten „Start-up Pitch“ des Bundesverkehrsministeriums in Berlin vorzustellen. Kaum ist die Bewerbung eingereicht, sitzen wir auch schon mit über 30 anderen Start-ups in einem festlich geschmückten Saal in Berlin-Mitte. Anspannung macht sich breit, denn immerhin sitzen neben Verkehrsminister Alexander Dobrindt auch Frank Thelen, ein echter Löwe aus der gleichnamigen VOX-TV-Show, und Georg Schaeffler in der Jury. Für einen Platz auf dem Podium reicht es an diesem Abend leider nicht. Für unseren Auftritt bekommen wir dennoch Lob und viel positive Rückmeldung sowie Kontakt- und Kooperationsanfragen.

 

Nach dem Pitch von platoonconnect: Matthias Jung, Alexander Dobrindt, Tim Baumeister, Thomas Rudolf und Yves Sorge.

Seither ist mittlerweile ein halbes Jahr vergangen und es hat sich einiges getan rund um platoonconnect. Wir sprechen mit Hochschulen, Forschungsinstituten und Weltmarktführern aus den Bereichen Fahrzeugherstellung, Logistik und Datenbanken. Hierbei geht es um eine Reihe von versicherungstechnischen Fragestellungen sowie um die konkrete Weiterentwicklung des Geschäftsmodells des Platoon Service Providers.

Mehr Informationen auf www.platoonconnect.com

Tim Baumeister, Yves Sorge, Thomas Rudolf, Matthias Jung