MO14 erlangt Zulassung für hochautomatisiertes Shuttle

11. Juni 2018
Verena Reuber

Diesen Monat war es endlich soweit – die Arbeit der letzten Monate trägt Früchte und wir halten endlich die gestempelten Kennzeichen in unseren Händen. Eines der hochautomatisierten Shuttle von MO14 hat final die Zulassung erhalten und darf in Wiesbaden auf öffentlichen Straßen fahren.

Stefan und ich vor dem zugelassenen Fahrzeug – wenn ihr genau hinschaut, könnt ihr die Stempel auf dem Kennzeichen sehen!

Erste Station: TÜV

Als wir Anfang 2017 mit dem Projekt gestartet sind, hieß es erst einmal, alle von unserer Idee, den dahinterliegenden Aufgaben und unserem Ziel zu überzeugen: Warum will MO14 hochautomatisierte Fahrzeuge auf die Straße bringen? Warum setzt sich eine Versicherung mit so etwas auseinander?

Von Anfang an stand für uns fest, dass wir zwingend im öffentlichen Raum fahren müssen, um umfassende Erkenntnisse zu erlangen. Testfelder auf Betriebsgeländen sind auch aufschlussreich, aber auf Grund der zeitlichen Befristung und dem eingeschränkten Szenario limitiert.

Erste Station im Zulassungsprozess war der TÜV. Wie jedes andere Fahrzeug auf deutschen Straßen brauchte das hochautomatisierte Shuttle von MO14 natürlich auch den TÜV. Für den TÜV war das Projekt genau wie für uns Neuland. Das Shuttle des Herstellers Navya ist bisher noch nicht in Deutschland zugelassen worden, so dass der TÜV es dann auch erstmalig mit uns inspizierte – und sich selbst und uns direkt mit fundamentalen Fragen konfrontierte:

  • Was ist das für eine Fahrzeugkategorie?
  • Welche Prüfkriterien können wir da anlegen?
  • Wie prüfen wir den autonomen Modus?

Ein TÜV-Klassiker: Test der elektromagnetischen Verträglichkeit.

Allen Beteiligten wurde schnell klar, dass das Projekt eine Referenz für nachfolgende Projekte sein wird. Der gesamte Prozess musste neu bedacht und auch durchlaufen werden. Gestartet wurde mit der gemeinsamen Formulierung eines Lastenheftes, welches sämtliche Anforderungen bündelte. Schwierig hierbei war, dass es momentan kaum Richtlinien zur Orientierung für den TÜV und die Behörden gibt.

1 Zulassung – 40 Umbauten

All die Auflagen aus dem Lastenheft führten zu diversen Umbaumaßnahmen. Zum Teil waren es Kleinigkeiten wie das Anbringen von unterschiedlichen Aufklebern (Starkstrom, VMax u.ä.) oder das Umprogrammieren der Lichtanlage. Zum Teil waren es aber auch wirklich fundamentale Modifikationen wie das Anbringen eines Kamera-Display-Systems, um einen funktionieren Rückspiegelersatz zu gewährleisten oder auch der Einbau eines Fahrersitzes für den Operator, um einen Sitzplatz mit optimalem Sichtfeld zu ermöglichen.

Es wurden infolgedessen verschiedene TÜV-Prüfungen durchlaufen, auch diverse Standardtests, die wir alle von unseren aktuellen Autos kennen: EMV-Test, Überprüfung der elektrischen Sicherheit oder auch ein Brems- und Beschleunigungstest. Der Bremstest entlarvte eine Schwäche des Bremssystems, so dass dieses vom Hersteller umgebaut werden musste – sowie Software-, als auch Hardwareseitig. Diese Auflage hat sehr viel Zeit in Anspruch genommen, wurde aber nach erfolgtem Umbau vom TÜV erneut geprüft und final abgenommen.

Ein weiterer TÜV-Klassiker: Brems- und Beschleunigungstest.

Weiter Weg durch die Behörden

Nach der erfolgreichen Abnahme des TÜVs, war das Regierungspräsidium in Darmstadt unsere nächste Station. Dort wurde auf Basis der vorliegenden Gutachten über Ausnahmegenehmigungen entschieden.
Danach ging es zur Bündelungsbehörde nach Marburg. Sie besitzt die Hoheit über die Betriebserlaubnis von solch ungewöhnlichen Fahrzeugen wie dem hochautomatisierten Shuttle.

Als wir dann diese finale Genehmigung vorliegen hatten, konnten wir endlich zur Zulassungsstelle und die Kennzeichen stempeln lassen und durften nun nach den Testfeldern auf den Betriebsgeländen von Fraport und Pharmaserv endlich auf der öffentlichen Straße in Wiesbaden fahren.

Das hochautomatisierte Shuttle auf der öffentlichen Straße im Mischverkehr.

Hier findet ihr weitere Infos zur erlangten Zulassung.

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