MO14 vier Wochen lang mit EMMA auf Mainzer Straßen unterwegs

8. Oktober 2018
Verena Reuber

Am 6. August 2018 war es endlich so weit: Unser erstes großes Testfeld im öffentlichen Raum begann! Nachdem wir mit den hochautomatisierten Shuttlen auf den Betriebsgeländen von Fraport und Pharmaserv als auch auf der zugelassenen Strecke in Wiesbaden unterwegs gewesen waren, stand für uns die nächste Erprobung an.

EMMA auf dem Weg zur Malakoff-Passage in Mainz

Eine Fülle an Fragestellungen

In einer Kooperation mit dem lokalen ÖPNV, der Mainzer Mobilität wollten wir eine Machbarkeitsstudie unternehmen. Während wir uns explizit für die Interaktion mit klassischem Querungsverkehr – hervorgerufen durch Fußgänger und Fahrradfahrer – interessierten, warf die Mainzer Mobilität weitere spannende Fragen auf, wie beispielsweise:

  • Wie ist der aktuelle Stand der Technik? Wie autonom und selbstständig ist das Fahren?
  • Wo liegen die Grenzen der Fahrzeuge im Regelbetrieb?
  • Wie reagieren die Menschen auf sie? Steigen sie ohne Bedenken ein oder besteht ein Akzeptanzproblem?
  • Welche Rolle werden die Shuttle im Öffentlichen Personennahverkehr der Zukunft spielen?

All diesen Schwerpunkten gingen die Mainzer Mobilität und wir vier Wochen lang mit Unterstützung der Johannes-Gutenberg-Universität (Akzeptanzforschung) und der Transferstelle Bingen (Technik) auf einem knapp einem Kilometer langem Rundkurs zwischen Malakoff-Passage und Winterhafen auf den Grund.

Elektronisch + Mainz + Mobil + Autonom = EMMA

Zu Anfang des gemeinsamen Projekts mit der Mainzer Mobilität stand ein Namenswettbewerb auf der Facebook-Fanpage des Mobilitätsanbieters. Die Fans waren aufgerufen, einen schönen und kreativen Namen einzureichen – für den Gewinner gabs im Gegenzug eine Fahrt mit dem hochautomatisierten Gefährt. Wir waren von der Resonanz absolut überwältigt und taten uns am Ende schwer, den Sieger zu küren. Da aber nur einer der Busse fahren sollte, konnte es auch nur einen Gewinner geben: EMMA!

Bevor EMMA dann wirklich Anfang August ihre Runden am Mainzer Winterhafen drehen durfte, mussten wir uns erst einmal um die Zulassung kümmern. Die Zulassungsdokumente aus Wiesbaden waren in dem Zusammenhang sehr hilfreich, so dass mit dem TÜV Rheinland und den rheinland-pfälzischen Behörden schnell Vollzug gemeldet werden konnte.

Wichtigste Aufgabe: Training des Shuttles und der Operatoren

Drei der sechs Operator von EMMA

Die nächsten Schritte waren wie in den vergangenen Testfeldern auch das Anlernen der Strecke, die Operatorenschulung und die abschließende Inbetriebnahme.

Dieses Mal hatten wir sechs hochmotivierte Busfahrer der Mainzer Mobilität an Bord. Ihre zum Teil langjährige Erfahrung auf den Straßen der Domstadt konnte durch das Testfeld erweitert werden. Anders als so mancher Fahrgast mutmaßte „Dann ist ja bald Dein Job futsch!“, wussten sie es besser und sind davon überzeugt, dass die neue Technologie viele Möglichkeiten bietet, die ÖPNV-Situation (auch in Mainz spürt man den Fahrermangel) langfristig zu verbessern.

Die Operatoren waren von der Technik des Shuttle angetan und so die optimalen Multiplikatoren und Begleiter der Busse. Fragen wurden sofort beantwortet und einiges an Wissen an die Mitfahrer weitergegeben.

Weitere Begleiter unseres Testfelds waren Studenten der Uni Mainz und der TS Bingen. Der Fokus lag einmal auf der Akzeptanzforschung und ein anderes Mal auf der technischen Analyse.

EMMA unterwegs am Rhein in Mainz

Arztbesuch bei kranker EMMA

Die knapp drei Wochen der Inbetriebnahme und Schulung und die vier Wochen des Regelbetriebs verliefen recht stabil – es gab nur eine Ausnahme: In der zweiten Woche war ein Türsensor defekt, so dass die Tür nicht schloss und so der autonome Modus nicht gestartet werden konnte.

Da die Mainzer Emma bereits in der ersten Woche mehrheitlich ins Herz geschlossen hatten, machte die Nachricht schnell und liebevoll die Runde: „Emma ist krank!“ Zum Glück konnten wir direkt am nächsten Tag Entwarnung geben. Ein französischer Experte war nach Mainz gekommen und hatte sie direkt kurieren können, so dass der Betrieb wieder aufgenommen werden konnte.

Während des vierwöchigen Testfelds wurden über 3.200 Gäste transportiert. Sie alle konnten ein bisschen Zukunftsluft schnuppern und in den ÖPNV der Zukunft einsteigen.

RLP-Verkehrsminister und Schirmherr Wissing, Mainzer OB Ebling und weitere Unterstützer des EMMA-Testfelds

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